Mit Rieck unter Segel nach China
„Leinen los!“ zu den Olympischen Sommerspielen 2008
Berlin / Hamburg, 14. Oktober 2007. Heute sticht in Hamburg die neu gebaute Hochseeyacht Walross IV in See. Ihr Ziel: die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Gesponsert wird das Projekt von der Rieck Loistik-Gruppe, Berlin.
„Am Anfang stand die Idee, als segelnder Botschafter Berlins mit dem Bärenbanner auf dem Spinnaker zu den Olympischen Sommerspielen nach China zu segeln“, erklärt Lena Lange, Vorsitzende des Akademischen Segler-Vereins aus Berlin (ASV e. V.). „Soweit wir wissen, sind wir die Einzigen, die eine solche Olympia-Fahrt starten.“
40.000 Meilen über das Meer
Für die etwa 40.000 Seemeilen (zirka 61.000 Kilometer) lange Reise ins Reich der Mitte und zurück sind 26 Etappen geplant. Die Besetzung der Walross-Crew wechselt dabei mehrmals: Insgesamt 120 Segler, darunter ein Großteil Studentinnen und Studenten, halten das Schiff auf Kurs. Die Crew besucht nicht allein die Hauptstadt Peking: Festgemacht wird in Qingdao, dem Austragungsort der olympischen Segelwettkämpfe, und in weiteren olympischen Partnerstädten Berlins, zum Beispiel Los Angeles, Tokio und Sydney. Der Rückweg verspricht weitere Highlights, so ist unter anderem die Umseglung des Kap Hoorn geplant. Erst im Frühjahr 2009 wird das Schiff zurück in Berlin erwartet.
Sport und Business
Das Hochseesegeln hat beim ASV Tradition. „Im Jahre 1886 gegründet, startete der ASV schon 1888 zur ersten großen Ostseefahrt nach Stockholm“, erklärt Lena Lange. Doch ein hochseetüchtiges Segelschiff kostet Geld – bei der Planung des Neubaus und den Vorbereitungen für die China-Reise stand die Finanzierung des Vorhabens immer wieder zur Diskussion. Die Idee, die Rieck Logistik-Gruppe mit ins Boot zu holen, hatte „ASV-Senior“ Philip Link. Er ist für den Internetauftritt des Logistikers zuständig und wusste: China ist bei Rieck ein ganz großes Thema. „Beide haben wir unsere Wurzeln in Berlin, beide zieht es uns nach China“, ergänzt Horst Stiegler, Geschäftsführer der Rieck Logistik-Gruppe. „Dem internationalen Engagement des ASV, der als Botschafter Berlins immer wieder Grußbotschaften des Regierenden Bürgermeisters an die gastgebenden Nationen überbringt, geben wir gern den nötigen Rückenwind – nicht zuletzt, weil wir im Sea-Air-Cargo-Geschäft über unser chinesisches Tochterunternehmen Rieck Henco selbst die Brücke von Berlin nach China schlagen. Ebenso ausschlaggebend war, dass wir mit unserem Engagement die Ausbildung des Nachwuchses fördern können – das ist eine Investition in die Zukunft, und zwar in der Wirtschaft genauso wie im Sport.“
Nicht bloß „Schönwettersegeln“
Der Verein versteht sich als Förderung für den studentischen Nachwuchs und ist deshalb allen Studierenden der Berliner und Brandenburger Hochschulen offen. „Unser Ziel ist nicht bloß eine nautische und sportliche Ausbildung, wir sehen den Segelsport im weiteren Sinne als Erziehung zu sozialem Engagement und Teamwork – auf See wie an Land“, erklärt Lange. So etablierte der Verein beispielsweise 2003 die Atlantischen Brücken, eine Segelaktion für die Feuerwehr-Waisenkinder des 11. September in Berlin und New York. Der ASV ist also alles andere als ein elitärer Segelklub für aufwändige Spaßfahrten. „Die Instandhaltung der Schiffe und die Übernahme eines einjährigen Vorstandsamtes gehören beim ASV selbstverständlich zu den Verpflichtungen für die jungen Mitglieder“, so die Vorsitzende Lena Lange.
Fortsetzung einer großen maritimen Tradition
Die Walross IV folgt in direkter Linie der Walross III. Mit dieser Hochseeyacht hat der ASV in den vergangenen dreißig Jahren zahlreiche große Segelreisen unternommen und die Clubehre bei Hochseeregatten verteidigt. „Das Schiff war 1981/82 der einzige deutsche Teilnehmer beim Whitbread-Round-the-World-Race“, sagt Ivo Schuppe, Pressesprecher des Vereins. „Der letzte Wettbewerb war 2003 die DaimlerChrysler North Atlantic Challenge von Newport nach Hamburg. Dabei erreichte das Walross III-Team den 2. Platz in der Startgruppe nach IMS. 2006 mussten wir uns dann schweren Herzens von unserem lieben Walross trennen“, sagt Schuppe. „Der Einsatz über dreißig Jahre hatte doch einige Spuren am Schiff hinterlassen. Nur durch den Verkauf, weitere Spenden und das Rieck-Sponsoring ließ sich der Neubau der Walross IV realisieren.“
Entwurf
Walross IV wurde vom Konstruktionsbüro Yacht Design Georg Nissen, Laboe, entworfen. Seit Jahrzehnten ist Georg Nissen als Konstrukteur und Segler erfolgreicher Rennyachten und schneller Fahrtenyachten bekannt. Für den ASV entwarf er eine 16,95 Meter lange und 4,55 Meter breite hochseetaugliche Fahrtenyacht (performance cruiser). Unter Deck bietet sie feste Kojen für zehn Besatzungsmitglieder. Ausgestattet mit 88 Quadratmetern Großsegel, ist das 15 Tonnen-Walross schnell auf den Weltmeeren unterwegs.
Bootsbau in Berlin
Gebaut wurde das Schiff in formverleimter Holzbauweise. Dafür wurden nacheinander sieben Lagen Sipofurnier – ein besonders dauerhaftes Mahagoniholz –, jeweils fünf Millimeter stark und 15 Zentimeter breit, mit Epoxyd-Harz verklebt. Die Walross-Außenhaut kommt so auf eine Dicke von gut 35 Millimeter. „Das so verleimte Holz garantiert eine enorme Stabilität des gesamten Schiffskörpers bei gleichzeitig hoher Elastizität, und das im geplanten harten Dauereinsatz über Jahre“, erklärt Ivo Schuppe. Schon die Walross III – auch sie seinerzeit ein Neubau für den ASV – brachte es bislang auf stolze 245.000 Seemeilen.
Mit dem Bau des Schiffes wurde die „Berliner Ausbildungszentrum für Bootsbau-Schiffbau Dienstleistungs GmbH (AZBS)“ beauftragt. Das AZBS ist nicht nur Ausbildungsstätte für den raren Bootsbauernachwuchs, es bietet auch seit über fünfzehn Jahren Umschulungs- und Fortbildungsmaßnahmen für Tischler und Holzmechaniker im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeit. „Am 30 März 2006 feierten wir auf der Werft in Berlin-Köpenick die Kiellegung“, erzählt Schuppe. Bereits Anfang Juli 2007 konnte die Yacht im Heimatrevier des ASV, der Scharfen Lanke in Berlin-Spandau, für die Taufe an den Steg gelegt werden.
Schiffsmeldungen
Über die gesamte Reise der Walross IV wird die Besatzung im Internet berichten. Unter www.rieck-logistik.de wird ein Logbuch geführt und die jeweils aktuelle Position gezeigt. Von der Farewell-Party im Citysporthafen Hamburg bis zur Rückkehr im Frühjahr 2009 werden dort alle Stationen der Reise zu sehen sein. „Als Logistikdienstleister legen wir natürlich auf die lückenlose Nachverfolgung per „Track & Trace“ besonderen Wert“, meint dazu schmunzelnd Horst Stiegler.
Akademischer Segler-Verein e.V.
Der Akademische Segler-Verein (ASV) wurde 1886 von zehn Studenten der Königlichen Technischen Hochschule Berlin (jetzt TU) gegründet. Als Gründungsmitglied des Deutschen Segler-Verbandes war der ASV einer der Vorreiter des Segelsports in Deutschland. Bis heute sind die drei Gründungsziele des Vereins unverändert: das Hochseesegeln, die Teilnahme an Regatten und das Segeln auf vereinseigenen Booten. Der ASV ist eine nicht-schlagende Verbindung. Es gilt das Lebens-prinzip: Das bedeutet, dass man auch nach Abschluss des Studiums den ASV weiterhin durch seine Vereinsbeiträge fördert. Derzeit gestalten circa 50 Aktive von insgesamt über 300 Mitgliedern das Vereinsleben. Der Bootspark reicht von Jollen, bis zur 20m-Yawl (das schreibt sich tatsächlich so) in Berlin und einer 16 Meter-Hochseeyacht an der Küste. Um die Schiffe bewegen zu können, gibt es im ASV eine umfassende und fundierte Segelausbildung.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.walross.org
Rieck Logistik-Gruppe
Die Rieck Logistik-Gruppe ist ein Full-Service-Logistiker mit Hauptsitz in Berlin. Insgesamt sind an den Standorten in Berlin, Dresden, Frankfurt, Hamburg und Neuss sowie im chinesischen Tochterunternehmen Rieck Henco (Dalian) circa 470 Mitarbeiter beschäftigt. Die Leistungspalette von Rieck umfasst Kontrakt Logistik, systemgeführte Stückgutverkehre, weltweiten Sea Air Service, Entsorgungslogistik, Möbel- und Messelogistik, internationale Paketlogistik, Consulting Services und eCommerce-Lösungen. Die nationale und europaweite Flächendeckung sichert Rieck durch die Kooperation mit dem Stückgutnetz IDS. Weltweit bietet Rieck mit dem eigenen Unternehmen in China, einem leistungsstarken USA-Partner sowie dem TANDEM-Netz Qualitätslogistik aus einer Hand. Der Gruppenumsatz von Rieck betrug im Geschäftsjahr 2006 106 Millionen Euro.
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